Geschichte
An der Straßenbiegung der Heiligenkreuzer Gasse sieht man das markante Gebäude des "Bürgerspitals“. Diesen ehemaligen Edelsitz widmete im Jahr 1542 Gerowich Auer von Herrnkirchen für ein Spital zur Aufnahme verarmter Badener Bürger. Zu dieser Stiftung gehörte auch ein Wald- und Weingartenbesitz, dessen Erträge den wenigen Insassen zugute kamen. Die Familie Auer von Herrnkirchen erlosch im Jahr 1551. Die letzten Grabsteine dieses angesehenen Geschlechtes befinden sich an der Außenmauer der Badener Stadtpfarrkirche.
Am Bürgerspital ist in Stockhöhe die Statue der hl. Elisabeth sichtbar. Benützt man den Durchgang dieses Gebäudes zur Gutenbrunner Straße, sieht man gleich an der linken Seite die "St. Anna Kapelle“.
Ein barockes Schmiedeeisengitter weist die Jahreszahl 1745 auf. Dieses Kapellchen, der heiligen Mutter Anna geweiht, gab auch der anschließenden "Anna-Mühle“ den Namen. Recht eigenartig mutet der Opferstock aus Stein vor der Kapellentür an.
Urkundlich wird sie erst in den Jahren 1312 und 1317 erwähnt, zählt aber zu den ältesten Mühlen am Badener Mühlbach, dessen Anlegung noch viel früher zu datieren sein dürfte. 1701 erhielt die nach der Zerstörung der Türkeninvasion des Jahres 1683 wiederhergestellte Kapelle in diesem Bürgerspital eine Glocke. 1836 errichtete man anstelle des früheren Kapellentürmchens bei einer Renovierung, den jetzigen Turmaufbau. Die letzte Renovierung erfolgte 1979. Bei dieser Gelegenheit unterzog man auch die links vor dem Tor in der Höhe des ersten Stockwerkes in einer rundbogigen Nische befindliche polychromiere Steinstatue aus dem 17. Jhdt. einer gründlichen Restaurierung. Diese stellt die hl. Elisabeth von Thüringen dar, wie sie einem Krüppel Almosen reicht. In der Konkaven Krümmung der Heiligenkreuzergasse gelegen, bildet das Gebäude des ehemaligen Bürgerspitals ein für das Badener Stadtbild bedeutsames, malerisches Motiv.
Dieses Gebäude ist zweigeschossig. Über dem Segmenttor erhebt sich ein dreigeschossiger Turmaufbau mit einem vierseitigem Pyramidendach, dessen Ecken abgekantet sind. An der Spitze des Turmaufbaues befindet sich eine kleine Blechhaube.
Die von der Einfahrtshalle zugängliche Annakapelle ist ein einschiffiger Raum mit Tonnengewölbe und Stichkappen. Im ersten Stock, über der Einfahrtshalle, befindet sich ein gegen die Kapelle in einem Korbbogen geöffnetes Oratorium mit gotischem Sterngewölbe und birnförmigem Rippenprofil.
Der Altar ist aus Holz, marmoriert. Über dem Tabernakel findet man eine Halbfigur, polychromiert, in ovalem Rahmen unter Glas. Es handelt sich um eine interessante Arbeit aus der zweiten Hälfte des 18. Jhdts. Der Altar besitzt einen Pilasteraufbau mit geschweiftem Gebälk, in der Mitte vor einem gemalten Hintergrund und einem polychromen Holzkruzifixus. Vor den Pilastern befinden sich auf Voluten Statuen dr Hl. Maria und des Apostels Johannes, sozusagen Teile der Kreuzigungsgruppe, ebensfalls aus der zweiten Hälfte des 18. Jhdts. Zwischen den seitlichen Pilastern und dem Mittelrelief erheben sich beiderseits pyramidenförmige barocke Glasbeälter, im Unterteil mit Reliquien, im Oberteil mit Votivzeichen. An den Seitenwänden sind auf Konsolen Statuen angebracht, Arbeiten des 18. Jhdts. linkerhand die des hl. Johannes Nepomuk und rechterhand die Muttergottes. Die übrigen zahlreichen Figuren und Bilder in der Kapelle sind ohne künstlerischen Wert.

