An der Straßenbiegung der Heiligenkreuzer Gasse sieht man das markante Gebäude des “Bürgerspitals“. Diesen ehemaligen Edelsitz hat im Jahr 1542 Gerowich Auer von Herrnkirchen für die Errichtung eines Spitals zur Aufnahme verarmter Badener Bürger gewidmet.

 

Ein barockes Schmiedeeisengitter weist die Jahreszahl 1745 auf. Dieses Kapellchen, der heiligen Mutter Anna geweiht, gab auch der anschließenden “Anna-Mühle“ den Namen. Recht eigenartig mutet der Opferstock aus Stein vor der Kapellentür an.

 

Urkundlich wird sie in den Jahren 1312 und 1317 erwähnt, zählt aber zu den ältesten Mühlen am Badener Mühlbach, dessen Anlegung noch viel früher zu datieren sein dürfe. 1701 erhielt die nach der Zerstörung der Türkeninvasion des Jahres 1683 wiederhergestellte Kapelle in diesem Bürgerspital eine Glocke. 1836 errichtete man anstelle des früheren Kapellentürmchens bei einer Renovierung den jetzigen Turmaufbau. Die letzte Renovierung erfolgte 1979.

 

Der Altar ist aus Holz, marmoriert. Über dem Tabernakel findet man eine Halbfigur, polychromiert, in ovalem Rahmen unter Glas. Es handelt sich um eine interessante Arbeit aus der zweiten Hälfe des 18. Jhdts. Der Altar besitzt ein- en Pilaster Aufbau mit geschweiftem Gebälk, in der Mitte vor einem gemalten Hintergrund und einem polychromen Holzkruzifix. Vor den Pilastern befinden sich auf Voluten Statuen der Hl. Maria und des Apostels Johannes, sozusagen Teile der Kreuzigungsgruppe, ebenfalls aus der zweiten Hälfe des 18. Jhdts. Zwischen den seitlichen Pilastern und dem Mittelrelief erheben sich beiderseits pyramidenförmige barocke Glasbehälter, im Unterteil mit Reliquien, im Oberteil mit Votivzeichen. An den Seitenwänden sind auf Konsolen Statuen angebracht. Links die des hl. Johannes Nepomuk und rechts die der Muttergottes.

 

Text mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt, vom Tourismus- und Wirtschafsreferat der Stadtgemeinde Baden.